Dankbarkeit

 

Für viele ist es oft viel bequemer, sich an die schlechten Erfahrungen in ihrem Leben zu erinnern, als an die Guten. Wenn uns unglückliche Dinge passieren, neigen wir dazu, viel Zeit und Energie darauf zu verwenden, darüber nachzudenken, was schief gelaufen ist. 

Dieses habe ich auch jahrelang so praktiziert.

Ich habe dann irgendwann, irgendwo im Internet einen englischen Text über Dankbarkeit gelesen. Dort wurden, im ersten Moment gewagte Thesen, aufgestellt, was glücklich und zufrieden macht und wie man das erreichen kann. Ich habe mich dann etwas intensiver damit auseinandergesetzt und versucht die Thesen in mein Leben zu bringen und umzusetzen.

"Indem wir uns die Zeit nehmen, unsere Wahrnehmung und Intensität von Dankbarkeit zu verbessern, können wir negative Gedanken ausgleichen.  Wenn wir uns auf die richtigen Gedanken, Erinnerungen und Gefühle aus unserem Leben konzentrieren, können wir zahlreiche positive Vorteile und Möglichkeiten finden, die unser Leben bereichern."

 

 Wenn ich mich wirklich dankbar in meinem Herzen fühle und ich mich entscheide, es durch Worte und Taten umzusetzen, werde ich in der Lage sein, über meine selbst gesetzten Grenzen hinauszuwachsen und ein Leben voller Größe und Glück zu führen. In der Lage zu sein, meine Probleme zu relativieren und das Gute in jeder Situation zu finden, trägt dazu bei, mich am Boden zu halten und mich zu ermutigen, mich auf das in meinem Leben zu konzentrieren, was ich liebe. 

Das bewusste Leben und ausüben von Dankbarkeit kann zahlreiche positive Vorteile haben, sowohl physisch als auch psychisch, also warum machen es so viele von uns nicht? Einfach Dankbarkeit in ihrem täglichen Leben zu praktizieren? Die einfachste Antwort ist, dass wir von klein auf darauf getrimmt werden werden, ehrgeizig zu sein und immer danach zu streben, besser zu sein. Wenn ich jedoch eine Haltung der Dankbarkeit lebe, können sich für mein Leben mehr Möglichkeiten öffnen. Also habe ich angefangen zu lernen, wie ich  eine positive Einstellung und Dankbarkeit erreiche.

 

Schritt 1 - Ich musste verstehen, dass Dankbarkeit eine Option ist.

 

In der gleichen Weise, wie ich mich entscheiden kann, optimistisch oder pessimistisch zu sein, kann ich auch wählen, ob ich bewusst dankbar für mein Leben bin oder nicht. Wenn ich Dankbarkeit übe, entscheide ich mich aktiv für eine positivere Perspektive auf das Leben. Wenn ich lerne, mich auf die Dinge zu konzentrieren, für die du dankbar bin, kann ich mehr Glück und eine bessere Lebensqualität erleben. Alles, was ich dazu brauche und machen muss, ist, meine Einstellung aktiv ändern.

Sich dafür zu entscheiden, dankbar zu sein, ist einfacher gesagt als getan. Nicht nur, dass ich den Wunsch haben muss, in meinem Leben dankbarer zu sein, sondern auch, dass ich es regelmäßig praktizieren muss. Wie bei jeder anderen Fertigkeit braucht die Entwicklung einer Gewohnheit ,wie jetzt die Dankbarkeit, Zeit und Übung. Je mehr ich Dankbarkeit  praktizierte, je leichter fiel es mir, die Dinge zu sehen, für die ich in meinem Leben dankbar bin. Je mehr ich Dankbarkeit praktizierte, je positiver und glücklicher fühlte ich mich. 

 

Ich habe aktiv anfangen, Dankbarkeit zu üben, indem ich folgende Übungen gemacht habe.

 

Ich habe mir für zehn Minuten einen ruhigen Ort gesucht.  Ich habe dann versucht, an zehn Dinge zu denken, für die ich in diesem Moment dankbar bin. Es mussten keine großen, monumentalen Dinge sein, es konnten kleine Dinge sein, die mir während des Tages passiert sind, oder sogar einfach wichtige Menschen in meinem Leben. Ich habe mir dann die zehn Punkte auf einem Blatt Papier notiert. Dann habe ich mir die Zeit genommen, mir jeden einzelnen Punkt anzusehen und zu hinterfragen, warum ich dafür dankbar bin.

Ich habe dann versucht in den nächsten 24 Stunden, mir meiner Dankbarkeit bewusst zu sein, indem ich die positiven Dinge zur Kenntnis nehme, die mit mir geschehen und die Dinge, für die ich in meinem täglichen Leben dankbar bin. Als Hilfe habe ich angefangen ein Tagebuch zu führen. Wenn es darum geht, Dankbarkeit in mein tägliches Leben zu integrieren, hat das mir geholfen, aufzuschreiben wofür ich in meinem Leben dankbar bin und darauf zurückzukommen, wenn ich in einer besonders schwierigen Situation stecke.

 

Auf der ersten Seite des Tagebuchs habe ich  drei Dinge aufgeschrieben, die ich durch das Praktizieren von Dankbarkeit erreichen wollte. Dann, für die nächsten vier Wochen habe ich jeden Tag drei Dinge aufgeschreiben, für die ich dankbar bin. 

Ich habe versucht eine Notiz von jeder Sache zu machen, für die ich am Tag dankbar bin. Ich habe versucht mich der positiven Dinge, die ich erlebe, bewusst zu sein. Einmal pro Woche, habe ich nochmals über meine Einträge geschaut und habe dabei eine positive Energie bemerkt, als ich all die Dinge, für die ich in der Woche dankbar war, noch einmal durchgelesen habe.

 

Schritt 2 - Lernen dem Negativen entgegenzuwirken.

Als ich angefangen habe Dankbarkeit in mein Leben bringen, hat es mir geholfen mit den negativen Emotionen und den herausfordernden Situationen, mit denen ich konfrontiert war, offensiv umzugehen. Während ich die Übung gemacht habe, habe ich schon ein Gefühl von erhöhter Positivität und Zufriedenheit erlebt. Das nur, weil ich über die Dinge nachdenke für die ich dankbar bin, ich mich aktiv entscheide, mich auf die positiven Emotionen und guten Dinge in meinem Leben zu konzentrieren. Diese positive Einstellung hat mir geholfen, mich durch die schwierigeren und herausfordernden Zeiten zu bringen. Indem ich das Positive in Stresssituationen bringe, kann ich meinen Fokus auf eine positivere Reaktion verlagern, was zu mehr Energie und positiver Haltung bei der Bewältigung der problematischen Situation führt.

 

Zu lernen, dem Negativen entgegenzuwirken, bedeutet nicht, dass man ein Leben mit unerbittlichem Optimismus führt, denn eine solche Vorstellung und Perspektive ist unrealistisch und kann am Ende mehr Schaden als Nutzen anrichten. Stattdessen geht es bei der Verwendung von Dankbarkeit dem Negativen entgegenzuwirken und nicht darum, sich die ganze Zeit über positiv zu fühlen. Ist man dankbar für das  was man hat, kann in turbulenten Zeiten trotzdem ein Glücksgefühl entwickeln, was einem dann hilft mit Schwierigkeiten umzugehen.

 

Die Aufnahme von Dankbarkeit in mein Leben hat mir geholfen, ein größeres Wohlbefinden und mehr Glück in mein Leben zu bringen. Obwohl es nicht verhindert Schwierigkeiten zu erleben, hat Dankbarkeit eine positivere Perspektive geschaffen und es mir ermöglicht, widrige Situationen aus einer gesünderen Perspektive zu akzeptieren. Dies hat mir ermöglicht, Probleme effizienter zu lösen und mir geholfen, besser mit den Widrigkeiten umzugehen, mit denen ich mein ganzes Leben lang konfrontiert bin und war.

 

Schritt 3 - Aufhören unzufrieden zu sein.

Wenn ich wirklich Dankbarkeit finden möchte, dann muss ich alles tun zu vermeiden mich ständig nur zu beschweren, zu jammern und allgemein nur negative Kommentare abzugeben. Das soll zwar nicht heißen, dass ich alle negativen Gedanken beseitigen muss,  es bedeutet lediglich, dass ich die Option und meine Fähigkeit erkennen muss, das zu wählen, worauf ich mich bewusst konzentrieren möchte. Wenn ich mich weigere, negative Kommentare abzugeben, nehme ich letztendlich den negativen Gedanken die Macht weg und eliminiere ihren Einfluß, was dazu führt, dass sie weniger von meinem mentalen Fokus und meiner Energie bekommen.

 

Die Idee, mich nicht zu beschweren und negative Gedanken ein wenig herauszufordern, hat mich gereizt an der Herausforderung "A Complaint Free World" teilzunehmen. Im Wesentlichen erfordert diese Herausforderung, dass ich mich 21 Tage lang nicht über etwas beschwere. Diese Art von Übung ist deswegen nützlich,weil sie ein Bewusstsein für das Negative in unserem Leben hervorruft und aktiv die Beseitigung des negativen Denkens fördert. Wenn  das Gefühl dass 21 Tage viel zu lang sind, kann man das auch mit den nächsten 24 Stunden anfangen. Habe ich so gemacht.

 

Ich habe versucht in den 24 Stunden Beschwerden und negative Gedanken zu vermeiden und zu äußern. Wenn ich gezögert habe, habe ich mir die Zeit genommen, die Beschwerde und die Ursache zu notieren, habe dann die Uhr zurück gestellt und neu gestartet. Nachdem die 24 Stunden abgelaufen waren, habe ich schon festgestellt, dass ich eine positivere Einstellung zum Leben habe. Jedesmal wenn ich danach bemerkt habe, das ich wieder negative Gedanken entwickle, habe ich die 24 Stunden wieder gestartet.

 

Fazit

 

Dankbarkeit ist eine Option und eine persönliche Stärke, die trainiert und geschliffen werden muss. Dann kann man alle Vorteile nutzen, die sie zu bieten hat. Hartnäckigkeit beim regelmäßigen Üben und die Idee immer im Auge behalten, führt zu echten, langfristigen Veränderungen in Leben. Dankbarkeit hat genauso viel damit zu tun, anderen etwas zurückzugeben, wie mit der Hilfe zur Selbsthilfe. Indem ich Dankbarkeit übe, habe ich ein wirklich erfülltes und glückliches Leben.

Ausprobieren schadet jedenfalls nicht.







 

----------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------Keiner von uns kommt lebend hier raus. Also hört auf, euch wie Andenken zu behandeln. Esst leckeres Essen. Spaziert in der Sonne. Springt ins Meer. Seid albern. Seid freundlich. Seid komisch.

Für nichts anderes ist Zeit"

(Sir Antony Hopkins (81)